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Bericht über den Storm Showcase vom 25.10.2008 mit Peter Somoff
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Der Begriff Präsentationstage beim Bowling versprach
bisher jede Menge neue Bowling-Bälle mit unterschiedlichen Gewichten und
Bohrungen zum Testen. Häufig können diese Bälle dann vor Ort, in der
Regel rabattiert, gekauft werden.
Der Storm Showcase in der Berliner
Bowl
Arena Spandau waren jedoch anders geplant: vorab ein Seminar und
danach der praktische Teil.
Veranstaltet wurde das Event von der Bowl Arena in Zusammenarbeit mit
der Firma Bowltech,
die europaweit sämtliche Bowlingprodukte vertreibt. |
| Das Seminar fand in der vom
Restaurant abgetrennten Lounge statt, die mit einem Beamer ausgestattet
und entsprechend dekoriert war. Pete Weber als Startbild über einer
Auswahl von Bowlingbällen von Storm verspricht Professionalität und
weckt die Neugier. |
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Sven Riegel, einer der beiden Geschäftsführer der
Bowl Arena, begrüßte die Teilnehmer (knappe 40) und informierte kurz
über den Ablauf.
Neben ihm sitzt Rolf C. Dannehl, General Manager und Prokurist des
Distributers Bowltech GmbH, der sich gerne bereit erklärte Peters Worte
ins Deutsche zu übersetzen. |
| Peter
Somoff, Vice President International Sales der Firma
Storm begrüßte
uns kurz und schickte uns dann erst einmal auf die Bahn. |
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Alle Teilnehmer haben ein paar Würfe gemacht und
Peter hat sich die Abgabe und Bohrlayout angeschaut und jedem Teilnehmer
"seine" Zahl mitgeteilt. |
| Selbstverständlich war das
gesamte Team von Baade's ProShop anwesend. Marco Baade sollte später
noch an die Grenze seiner (zeitlichen) Kapazität kommen, da viele Bälle
gebohrt werden wollten. |
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Nach und nach kamen die Teilnehmer von der Bahn
wieder in die Lounge und waren gespannt, was die Ihnen von Peter
genannte Zahl 0,45 und 90 bedeuten sollte. |
Gleich zu Beginn fragte Peter nach den Vorstellungen und
Erwartungen. Verständlicherweise wurde der Wunsch geäußert verschiedene Bälle zu
testen (ist das nicht der Sinn vom Showcase?). Doch Peter wies dieses in aller
Deutlichkeit zurück und fragte, wie wir denn Bälle testen und bewerten würden.
Er unterstellte uns, dass wir dazu gar nicht in der Lage sind, da uns sicherlich
jede Menge Wissen fehlen würde... Ein sehr provokanter Einstieg, aber die
Zuschauer waren gespannt.
Es folgte eine kurze
Vorstellung der Firma Storm, die sich unter anderem dadurch von anderen
Ballherstellern unterscheidet, dass alle Angestellten, wirklich ALLE
Angestellten, selber Bowlen. Die Angestellten haben inzwischen mehr als
200 perfect games geworfen!
Peter erzählte, als ihn das Bowlingfieber gepackt hatte, fehlte ihm das
Geld. So suchte er sich einen Job in einem Bowlingcenter und trainierte
regelmäßig viele Stunden. Er schaffte es mit 22 Jahren sogar bis in die
PBA, was ihm aber nicht gefiel, da er sich auf der Tour häufig sehr
einsam fühlte. Er fing an seine Bälle selber zu bohren, um das Geheimnis
des perfekten Bowlingballs zu lüften. Später eröffnete er ProShops (10
Stück) und bohrte selber über 26000 Bälle. Doch er hat keine versteckten
Geheimnisse beim Bohren lüften können, sondern festgestellt, das das
Geheimnis erfolgreichen Bowlings beim Bowler und nur bedingt am Ball
liegt. |
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Peters Ziel ist es nun also nicht uns sinnlos Bälle durch die
Gegend werfen zu lassen, sondern uns einige Tipps guten Bowlens zu verraten und
das Wissen zu vermitteln, bei Bowlingbällen die richtige Wahl zu treffen.
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1. Tipp: Konstanz in der
Bewegung und bei der Abgabe
Hierzu zieht er sich einen Bowlingschuh an und lässt die Schnürsenkel
offen, weil sein Fuß nach einiger Zeit immer anschwillt. Dann
entscheidet er sich, die Schnürsenkel doch lieber ganz rauszunehmen,
weil er ja weiß, dass seine Füße im Laufe der Zeit anschwellen werden.
Er fragt uns dann, wieder ein wenig provokativ, ob wir uns denn
vorstellen können so zu bowlen... Natürlich verneinen wir dieses (wir
sind ja nicht völlig blöd). Dann fragt er uns, wie viele Tapes wir in
unseren Bohrlöchern haben. Er erklärt uns, dass Profis zwischen 5 und 10
Tapes pro Ball benutzen, da es völlig normal ist, dass die Finger mal
dicker oder dünner sind! Also die Löcher lieber etwas größer bohren
lassen und die optimale Passfähigkeit mit Tapes herstellen, erklärt
Peter. Er ergänzt, dass auch gleich gebohrte und getapte Bälle sich
unterschiedlich anfühlen können, da das Tape in einem Ball, der
regelmäßig gespielt wird, durch Öl und Schweiß glatter wird. Als Lösung
empfiehlt er, das oberste Tape regelmäßig zu wechseln. Geeignete Schuhe
(am besten nur auf einer Seite eine Gleitsohle und idealerweise mit
Wechselsohlen) und passende Bälle sind die Voraussetzungen für ein
konstantes Spiel. |
2. Tipp:
Nervosität und negative Emotionen bekämpfen
Peter erzählte uns von seinem ersten im Fernsehen übertragenen Spiel.
Trotz guter Vorbereitung und erfolgreichem Spiel bis zum Fernsehduell
schlotterten ihm so die Knie, dass er dachte, alle Welt würde dieses
sehen können... Wie das Spiel ausging, konnten wir uns gut vorstellen.
Peter erklärte, dass negative Emotionen und Nervosität zu einer
verkrampften und damit inkonstanten Abgabe führen. Ziel sollte es aber
sein, aus einem lockeren Pendel den Ball auf die Bahn gleiten zu lassen.
Wie wir Nervosität und negative Emotionen bekämpfen können, hat er
leider nicht erklärt. Aber
vielleicht gibt es ja einmal ein Seminar eines Mental-Coaches !?! |
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3. Tipp: Beobachte nicht nur
den Einschlag in die Pins, sondern auch den Balllauf
Peter begann in einem Wettkampf nach den Probewürfen mit 4 Strikes in
Folge, wechselte dann den Ball und erspielte ein perfect game. Er hat
erkannt, dass der Balllauf sich veränderte und passte sich rechtzeitig
an. Wird nur der Einschlag in die Pins beachtet, kann sich der Spieler
erst nach einem Miss anpassen und verschenkt damit gegebenenfalls
wichtige Punkte. Außerdem kann er nur so sehen, ober er überhaupt seinen
Zielpunkt getroffen hat um die richtige Entscheidung für eine Anpassung
(Aufstellung, Zielpunkt, Ball) zu wählen. |
4. Tipp: Reiße nicht mit den
Fingern am Ball
Entgegen der allgemeinen Meinung erklärt Peter, dass die Bogen- bzw.
Hakenbewegung des Balles nicht
aus den Fingern resultieren sollte, sondern aus der Arm- bzw.
Handgelenksbewegung. Ein Reißen mit den Fingern am Ball nimmt dem Ball
die Energie. Er vergleicht es mit Golfen. Wenn man beim Golfen mit den
Fingern (am Schläger) krallt, wird es den Balllauf nicht beeinflussen!
Dennoch kann und muss man auch beim Golfen einen Bogen spielen. |
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Werden die Tipps berücksichtigt, kann und sollte
natürlich auch das (Ball-) Material optimal gewählt werden.
Dazu hat Peter einige Folien erstellt, die eine Einführung in die
komplexe Materie ermöglichen.
Verglichen mit einem Auto besteht der Ball aus der Schale, den Reifen,
und dem Kern, dem Motor.
Die Schale wiederum besteht aus verschiedenen Materialien, die eine
unterschiedliche Reibung auf dem Öl, bzw. der Bahnoberfläche erzielen.
Das ist erst einmal nicht sehr spektakulär, zumal die Ballhersteller die
optimalen Bahnkonditionen (Light, Medium Heavy) mit angeben. Peter
fragte uns dann, ob man mit Schneeketten genauso schnell fahren kann,
wie mit einem normalen Sommerreifen auf trockener Fahrbahn. Dieses geht
natürlich nicht und so ist dieses auch mit Bowlingbällen für sehr ölige
Bahnen. Wenn das Tempo nicht angepasst wird, reagieren diese über oder
unter! |
Der Kern, oder Motor, ist etwas komplizierter zu beschreiben.
Grundsätzlich sind neben der großen Formenvielfalt 2 verschiedene Kerntypen zu
unterscheiden: der symmetrische und der asymmetrische Kern.
Stellt man sich bei einem
senkrecht stehenden symmetrischen Kern (Foto rechts, der untere Kern)
vor, in die Mitte von oben ein Loch zu bohren und steckt dann einen Stab
durch, so kann der Kern um den Stab gleichmäßig rotieren. Die Rotation
wird leicht anzustoßen sein und sehr stabil verlaufen.
Ein asymmetrischer Kern wird aus einem symmetrischen Kern, wenn an einer
(oder mehreren) Stellen eine weitere Masse angebracht wird. Setzt man
diesen diesen dann in Rotation, so wird dieser "eiern" und die Rotation
nicht stabil verlaufen.
Stark vereinfacht können wir von Bällen mit einer stabilen Rotation
(Bälle mit symmetrischen Kernen) und Bällen mit einer instabilen
Rotation (Bälle mit asymmetrischen Kernen) sprechen. |
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Innerhalb dieser verschieden Typen gibt es weitere Abstufungen, die die Dynamik
des Balles beschreiben. Im Wesentlichen sind es RG und Differential (Vorsicht,
diese Werte können sich innerhalb eines Balles mit unterschiedlichen Gewichten
drastisch ändern!).
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- Ein Ball mit niedrigem RG und niedrigerem
Differential wird früher anrollen und einen geringeren Bogen
erzeugen.
- Ein Ball mit niedrigem RG und höherem
Differential wird früher anrollen und einen stärkeren Bogen
erzeugen.
- Ein Ball mit höherem RG und niedrigerem
Differential wird später anrollen und eine hakenartige Bewegung im
Backend erzeugen.
- Ein Ball mit höherem RG und höherem Differential
wird später anrollen und eine stärkere hakenartige Bewegung im
Backend erzeugen.
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Doch welcher Ball ist jetzt für welchen Bowler
geeignet? Die Zahl (0,45,90), die Peter den Teilnehmern genannt hat,
gibt die Gradzahl der Achsenrotation wieder. 0° steht für
"Vorwärtsrollen" und damit geringere Bogenbewegung des Balles, 90° für
starkes "Seitenrollen" und damit starken Bogenlauf.
Somit sind für Bowler mit eher geradem Balllauf Bälle
mit asymmetrischen Kern, für Bowler mit starkem Bogenlauf eher
symmetrische Bälle geeignet. Die "45'er" haben freie Auswahl!
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Diese Informationen können sicherlich für eine Einschätzung
sehr hilfreich sein, jedoch sollte ein kompetenter Ballbohrer gerade auch im
Hinblick auf die vernünftige Abstufung für verschiedene Bahnenverhältnisse zur
Entscheidungsfindung hinzugezogen werden. Ein kompetenter Ballbohrer wird
sicherlich auch seinen "neuen" Kunden ein paar Würfe auf der Bahn machen lassen,
um zu sehen, wie dieser bowlt.
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Nachdem doch sehr vielen Informationen waren die
meisten Teilnehmer froh, sich aus den Stühlen zu erheben und das soeben
gehörte auch an den "neuen" Bällen auszuprobieren. Die Teilnehmer
verteilten sich auf den Bahnen und Peter schaute sich bei allen die
Bohrungen und Ballabgabe an und gab viele Tipps zur Abgabe. |
| Das Team von Baade's ProShop
stand hilfreich und mit vereinten Kräften zur Verfügung, um die
Demo-Bälle zu präparieren und so gut wie möglich anzupassen. |
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Wie zu erwarten war, nahmen einige Teilnehmer die
speziellen Angebote an, um einen neuen "empfohlenen" Bowlingball zu
kaufen. Marco Baade und Bernd Timm hatten Dauerstress den Andrang zu
bewältigen. Dennoch profitierten auch die Beiden von Peters Know How und
erhielten den einen oder anderen Profitip! |
Dieser Showcase war etwas Besonderes, denn die Kombination
aus Theorie und Praxis hat uns wieder deutlich vor Augen geführt, dass Bowlen
nicht aus dem Wegwerfen von Bällen besteht, sondern ein Perfektionssport ist, in
dem man nur erfolgreich sein kann, wenn man Technik, Emotionen und Material
beherrscht.
26.10.2008, Jens Ulmann
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