|
| |

|
Ölmaschinenworkshop
organisiert von
Kegel Company
und
Bowltech GmbH
Am 16.02.2006
präsentierten sich die Firmen Bowltech und Kegel gleich mit 5 Mitarbeitern im
Bowlingcenter Schillerpark. Kegel
schickte mit Ted Thompson (Kegel Europe Managing Director) einen Spitzenmann, der so ziemlich alles über
Ölmaschinen und deren Wartung und Instandsetzung weiß. Ergänzt und nicht
minder präsent waren Sven Scheepers, Kegel Europe Mechaniker, Don Agent,
Chef Mechaniker und Entwickler Kegel USA, Peter Lenders, Project Manager
der Firma Bowltech und Rolf C.Dannehl, Managing Director BOWLTECH GMBH
GERMANY.
Erstaunlicherweise kamen mehr Teilnehmer aus der Schweiz als aus
Berlin... Allerdings sei hier zu erwähnen, dass das
Bowlingcenter Tegel vertreten war.
Um Missverständnissen
vorzubeugen, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass ich kein
Mechaniker oder Bahnpfleger bin, sondern Bowler. Der Bericht hat nicht
den Anspruch technische Details korrekt darzustellen, sondern Bowlern
mit einfachen Worten das
Prinzip der Bahnpflege näher
zu bringen.
Ted leitete den
Workshop und sprach für einen Amerikaner ein sehr gut verständliches
Englisch, was
Sven Scheepers
hervorragend übersetzte. Ohne lange Vorreden begann der eigentlich für 2
Tage konzipierte und auf einen (langen) Tag komprimierte Workshop mit
der Aufteilung in 2 Gruppen. Die erste Gruppe wurde von Ted und Sven
betreut und begann mit der Menüführung und Technik der Kustodian
Bahnpflegemaschine. Die zweite Gruppe wurde von Peter Lenders in die
Details der Phoenix Bahnpflegemaschinen eingewiesen. |
| Ich
entschied mich für die kleinere Gruppe von Peter, da die Phoenix
Maschine auf 2 Hallen eingesetzt wird, auf denen ich regelmäßig spiele.
Wie fast immer beginnt es mit der
Theorie. Diese begann mit der Menüführung und den damit verbundenen
Einstellungen der (programmierten) Maschine. Die wesentlichen
Einstellungen sind hier die Länge der Ölung und die Geschwindigkeit. Die
Phoenix kann vorwärts und rückwärts mit je 3 Geschwindigkeiten ölen (mit
einem Tuningkit 4). |
 |
|
 |
Nach einer kurzen
Pause, die gerne mit dem bereitgestellten und immer wieder aufgefüllten
Kaffee und kleinerem Fachgesimpel verbracht wurde, ging es im
wahrsten Sinne des Wortes ans Eingemachte. Peter Lenders von Bowltech
war deutlich anzumerken, dass er nicht nur alles über diese Maschine
weiß, sondern das es ihm auch Spaß macht, seine enorme Erfahrung leicht
verständlich und praktisch weiterzugeben. Er baute so ziemlich alles
wichtige aus und erklärte, was besonders zu reinigen und zu beachten
ist. Viele kleine verratene Tricks können eine Menge Euros sparen, so
z.B. das Reinigen der Sensoren, die häufig nicht kaputt, sondern
lediglich verstaubt sind. |
Peter nahm sich sogar die Zeit, meine laienhaften Fragen
bezüglich des eigentlich Prinzips der Bahnpflege zu beantworten. Dieses Wissen
möchte ich hier gerne einfach verständlich weitergeben.
| Wir sehen hier die
Unterseite (der Teil, der die Bahn berührt) der Kustodian
Bahnpflegemaschine. |
 |
| Diese
Walze ist mit einem weißen Reinigungstuch umspannt, dass sich mit einer
bestimmten und nach Umfang der Rolle abhängigen Geschwindigkeit
abwickelt. Das Reinigungstuch nimmt Fussel und Staub von der Bahn. |
| Nach dem
Tuch kommt eine Anordnung von 2 weichen Kunstofflippen. Die erste Lippe
unterstützt die Reinigung der Bahn, die zweite sorgt dafür, dass das
Reiniger-Ölgemisch zwischen den Lippen bleibt, damit der Sauger
dieses von der Bahn in den Reinigungstank saugen kann. |
| In der Mitte sehen
wir die Tanks für den Reiniger und das Abwasser. |
| Durch die blaue
Nylonwalze wird das neue Öl auf die Bahn gebracht. |
Die Bahnpflege läuft wie folgt ab:
|
 |
Auf der Frontseite
der Bahnpflegemaschine befinden sich Düsen, die Reinigungsflüssigkeit in
bestimmten Abständen auf die Bahn sprühen. |
|
Als nächstes gleitet
das Reinigungstuch über die Bahn und nimmt Staub und Fussel von der Bahn
auf.
Hier sehen wir das
Reinigungstuch mit mehreren Schmutzrändern. Ist der Abstand zwischen den
Rändern zu klein, wird der Dreck der einen Bahn auf die folgende
übertragen! |
 |
| Nach dem
Reinigungstuch kommt die erste Gummilippe, die mit einem bestimmten
Druck (justierbar über den Abstand zur Bahn) über die Bahn gleitet.
Hierdurch werden festere Verschmutzungen abgelöst. Danach kommt die
zweite Gummilippe, die das Reiniger-Ölgemisch zwischen den Lippen hält.
Ein Sauger zieht das Gemisch in den Abwassertank. |
 |
|
 |
Zu guter Letzt wird
nun das neue Ölmuster auf die Bahn über diese Nylonwalze aufgetragen. |
Bis zu diesem Zeitpunkt gleichen sich die beiden
verschiedenen Typen von Bahnpflegemaschinen. Beim Auftragen des Ölmusters auf
die Bahn wird zwischen zwei Verfahren unterschieden. Das eine Verfahren nutzt
Pads, um das Öl auf die Nylonwalze zu bringen, das andere Verfahren sprüht das
Öl auf die Walze.
Bei den Padmaschinen
(Phoenix) wird das Öl durch Kapillarkräfte über Pads aus dem Öltank
gezogen und durch Kontakt mit einer Metallwalze auf die Nylonwalze
übertragen. Daraus resultieren verschiedene Punkte, die unbedingt zu
beachten sind, um ein gleichmäßiges Ölbild über mehrere Bahnen zu
gewährleisten:
- Vor der Bahnpflege die
Maschine mind. 15 Minuten liegen lassen, damit sich die Pads
vollsaugen können.
- Wieder nach 8-12 Bahnen die Maschine
mind. 15 Minuten liegen
lassen.
- Mindestens einmal pro Woche die Pads mit
einem trockenem Tuch reinigen.
- Pads je nach Häufigkeit alle 1-2 Jahre
wechseln
Die Pads gibt es in verschiedenen
Größen: 3 Leisten, 5 Leisten, 7 Leisten und 10 Leisten. Häufig werden
nur 5'er Pads eingesetzt, wonach sich ein dementsprechend relativ grob
abgestuftes Ölmuster ergibt.
|
 |
 |
| Bei dem
Sprühverfahren wird über eine Düse das Öl auf die Nylonwalze
aufgetragen. Der Nachteil ist, dass damit nicht alle Viskositäten
verwendet werden können, sondern je nach Temperatur eher etwas "dünnere"
Öle. Der jedoch deutlichere Vorteil ist die wesentlich feinere Abstufung
des Ölmusters gegenüber den Pad-Maschinen. |
 |
Jetzt jedoch weiter mit dem Bericht:
|
 |
Das Bowlingcenter
Schillerpark setzt bereits eine Kustodian Bahnpflegemaschine ein, so
dass es für die Spezialisten des Bowltech-Teams sehr einfach war, über
einen kleinen Pocket-PC das vorhandene Ölprogramm auf das neue
Spitzenprodukt, die Kustodian Ion, zu übertragen und einen Testlauf zu
fahren. Die neue Ion verwendet einen Akku, so dass kein hantieren mit
einem Stromkabel notwendig ist! |
| Wie immer sehr
engagiert und voll dabei begleitet Gastgeber Willi Theißen und sein
freundliches und aufmerksames Team, jeden Schritt mit großem Interesse.
Das nun folgende Mittagessen
überzeugte nicht nur durch sein professionellen Ablauf, sondern auch
durch die geschätzte Qualität und den super Geschmack.
An dieser Stelle sei dem guten,
freundlichen und zuverlässigem Service-Team gedankt! |
 |
 |
Nach dem Essen ging
es dann mit einer Checkliste für das tägliche, wöchentliche und
jährliche Wartungsintervall weiter.
In dem oberen Bild sehen wir eine
Nylonwalze, die relativ neu ist. die einzelnen Fasern sind relativ dicht
beieinander und nicht verklebt. |
 |
In dem unteren Bild
sehen wir technisch die gleiche Walze, die allerdings aufgrund des
häufigen Gebrauchs stark verklebt ist.
Das mit dieser Walze kein
einheitliches Ölmuster mehr aufzutragen ist, bedarf keiner weiteren
Erklärung. |
| Leider für meine
Interessen etwas zu kurz geraten, war die Erklärung und Programmierung
einzelner Ölmuster. Allerdings wurde den Teilnehmern angeboten, sich
direkt von Kegel entsprechende Ölmuster zuschicken zu lassen (toller
Service). Grundsätzlich gab
es jedoch folgende klare und sehr deutliche Aussage:
Es ist unbestritten machbar,
ein Ölmuster mit jeder der Kegel-Maschinen aufzutragen, was einem Durchschnittsbowler eine
Verbesserung seines Schnitts um bis zu 20 Pins
ermöglicht!
Aber: Leichte
Ölmuster verzeihen viele Fehler und führen bereits mittelfristig zu
einer deutlichen reellen Verschlechterung!!!!
Es bleibt also zu
hoffen, das wir Bowler unseren Sport ehrlich betreiben wollen und
nicht auf den Bahnen trainieren, auf denen die Strikes "von alleine
fallen"! Dass für Hausligen Verhältnisse geschaffen werden, bei denen
der Ligaschnitt bei 180 Plus liegt, ist dagegen genauso legitim. |
Dieses Seminar wurde professionell durchgeführt und
wird hoffentlich regelmäßig wiederholt und von den Hallenbetreibern angenommen,
damit in Zukunft der Bowlingsport in Deutschland weiter ausgebaut werden kann!
Euer Webmaster
Jens Ulmann
|