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Erfahrungsbericht
über Bowlingballrestauration
Dieser Bericht ist
keine Anleitung, Bowlingbälle selber zu bearbeiten. Meine Erkenntnisse
habe ich erlangt durch diverse Studien von Veröffentlichungen, z.B. den
Seminarunterlagen von Werner Gessner (zu erwerben unter
http://www.bowlingpage.de),
Veröffentlichungen einiger Bowlingballhersteller, Gesprächen mit
ProShop-Betreibern und vor allem durch viel Probieren. Die hier
gemachten Aussagen entsprechen meiner persönlichen Meinung und Erfahrung
und haben keinen Anspruch auf faktische Korrektheit, insbesondere bei
chemischen Prozessen und Folgeerscheinungen.
Eine Haftung für
Schäden jeglicher Art, durch Nachmachen der hier veröffentlichen Methoden,
wird ausdrücklich ausgeschlossen. Sollten hier vorgestellte Methoden
ausprobiert werden, so geschieht dieses ausdrücklich auf eigene Gefahr!
Dieser Bericht
richtet sich an alle, die bereits über so genannte "tote Bälle" (dead
ball syndrom) verfügen und aus diesem Grund häufiger neue Bowlingbälle
kaufen. In der Regel wird der alte Ball eingelagert oder bei Ebay für
ein paar Euro verscherbelt. Gerade Bowler, die erst seit wenigen Jahren
diesen faszinierenden Sport betreiben, stellen häufig fest, dass neue
Bälle sehr stark reagieren und die Ergebnisse unter ähnlichen Bedingungen
kurzfristig spürbar nach oben gehen (sofern das Räumspiel nicht
leidet...). Doch bereits nach wenigen Wochen, oder nach ca. 40-60
Spielen, lässt die Ballreaktion nach. Regelmäßig neue Bälle zu kaufen, mag
da die nahe liegende Lösung sein, ist wahrscheinlich aber für die
meisten Bowler finanziell nicht tragbar. Eine Alternative ist
natürlich so gut zu Bowlen, dass die Veränderung der Ballreaktion durch
entsprechende Bowlingtechnik ausgeglichen wird. Doch auch hierzu denke
ich, ist ein großer Teil der ambitionierten Sportbowler (noch) nicht in
der Lage. Aus diesen Gründen möchte ich hier meine Erfahrungen
mitteilen, um vielleicht finanzierbare und kurzfristig umsetzbare
Möglichkeiten aufzuzeigen.
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Was unterscheidet Bowlingbälle?
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Den
"richtigen" Bowlingball für einen Bowler zu finden ist, bei entsprechend
konstanter Ballabgabe, sicherlich ein wichtiger Aspekt für hohe
Ergebnisse mit niedrigen Schwankungen. Was aber ist ein "richtiger"
Bowlingball? Grundsätzlich lässt sich dieses einfacher erklären,
wenn wir den Ball aufteilen in Oberfläche, Kern und Bohrlayout. Häufig
findet man unterschiedliche Wertungen bezüglich der Ballreaktion. In der
Regel gehen aber die meisten Dokumentationen davon aus, dass die
Oberfläche des Bowlingballs den größten Anteil an der Ballreaktion hat.
Danach folgt der Kern und dann das Bohrlayout. Mit Bohrlayout ist nicht
gemeint, dass der Ball optimal passt, ohne Verletzungen an der Haut zu
verursachen, sondern die Positionierung der Bohrung in Bezug auf die
Lage und Gewichtsverteilung des Kerns. |
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Ich möchte mich hier mit der
Oberfläche des Bowlingballs beschäftigen, da diese wohl den stärksten
Einfluss auf die Ballreaktion hat und am "einfachsten" anzupassen ist. |
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Die Oberfläche besteht aus einem
Material (Urethane mit entsprechenden Zusätzen, natürlich wie bei vielen
Dingen in geheimer Zusammensetzung) , das trotz der geölten Bahnen durch
Reibung eine kurven- oder hakenförmige Bewegung des Balles ermöglicht,
um einen optimalen Eintrittswinkel beim Pineinschlag zu ermöglichen. Es
wird unterschieden in reaktive Bälle und reaktive Bälle mit zusätzlichen
Partikeln, die ähnlich wie Spikes eine höhere Reibung im Öl erzeugen.
Sowohl die reaktiven Bälle, als auch die Partikelbälle können
entsprechend behandelt werden. Durch Polieren der Bälle rutschen die
Bälle länger, haben dafür aber eine stärkere Reaktion im trockenen
Bereich der Bahn. Wenn man die Oberfläche matt macht (abschleift)
greifen die Bälle bereits im Öl, zeigen im Backend dann aber eine
rundere und etwas schwächere Bewegung. Abhängig von den verwendeten
Materialen, in Verbindung mit den Kernen und der Abgabe des Bowlers,
können diese grundsätzlichen Unterschiede allerdings deutlich geringer
ausfallen. |
Wie kann ich meinen Ball reinigen?
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Wir haben
bereits über die verschiedenen Oberflächen gesprochen. Bei der
Ballreinigung kommt jedoch noch ein weiterer Aspekt hinzu. Das unsere
Bowlingbälle im Laufe der Zeit richtig dreckig werden, liegt zum Einen
daran, das die Bälle auf der Bahn Öl aufnehmen und dann hinter dem
Pindeck und im Balllauf zusätzlich mit Staub in Berührung kommen. Leider
gibt es auch ungepflegte Bahnen, wo die Rinnen neben der Bahn nicht
regelmäßig gereinigt werden und dementsprechend Rückstände von der
Bahnpflege (Reiniger) und Staub durch "Ratten" nach hinten transportiert
werden. Partikelbälle nehmen nicht nur das Öl-Staub-Gemisch auf, sondern
können aufgrund der stärkeren Reibung durchaus durch Gummiabrieb im
Ballrücklauf (durch den Transport auf die Ballablage) zusätzlich
verdrecken. |
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Da durch das
Öl-Staub-Gemisch die feinen Poren der Bowlingbälle verstopfen, kann der
Bowlingball weniger Öl aufnehmen und zeigt eine geringere Reaktion.
Vergleichbar ist dieses mit Schuhsohlen im Winter, wenn das Profil
vollständig mit Schnee und Matsch verstopft ist. Es wird deutlich
rutschiger. Aus diesem Grund sollte es eine Selbstverständlichkeit sein,
den Bowlingball nach jedem Wurf trocken abzuwischen. Hier haben sich
Mikrofaser Tücher bewährt, die je nach Ausführung besser oder schlechter
geeignet sind. Ob diese im ProShop oder in der Drogerie gekauft werden,
soll jeder selber entscheiden. Wichtig ist es, diese vor dem Gebrauch
ohne Weichspüler zu waschen. Schon nach kurzer Zeit wird jeder sehen,
dass alle Tücher bald einheitsgrau sind. Dann könnte der Zeitpunkt
gekommen sein, diese Tücher erneut zu waschen... |
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Je nachdem
wie viele Spiele pro Woche gemacht werden, empfiehlt es sich, die Bälle
nicht nur trocken abzuwischen, sondern richtig zu reinigen.
Diverse Bowlingballhersteller und einige Bowlingzubehörhersteller haben
viele Produkte entwickelt. Gut geeignet sind diese, den Ball in kurzer
Zeit weitestgehend oberflächig zu reinigen und schnell zu trocknen, so
dass man diese Reiniger hervorragend während eines Turniers oder im
Ligabetrieb anwenden kann und darf, sofern diese freigegeben sind.
Auf allen Reinigern wird
ausdrücklich darauf hingewiesen, nach Gebrauch die Hände zu waschen und
die Dämpfe möglichst nicht einzuatmen. In der Tat können Kopfschmerzen
und Übelkeit bei längeren Putzsitzungen die Folge sein. |
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Eine Auswahl
der von mir getesteten Reiniger:
Lane Concepts, Extreme
Clean, Herstellerunabhängiger Reiniger, entfernt mit dem Legends Ball
Cleaner am stärksten den sichtbaren Dreck, riecht aber nach Ammoniak.
Legends Ball Cleaner,
wird mit den Legends Bowlingbällen kostenlos mitgeliefert, auf der
Rückseite findet sich der Hinweis "Ball Cleaner is for industrial use
only", reinigt sehr stark, aber riecht auch extrem und die Dämpfe
verursachen bei mir schnell Kopfschmerzen, sollte in gut gelüfteten
Räumen oder besser im Freien angewendet werden.
Storm, Reacta Clean (Cleaner
für reaktive Bälle), Mega Bite (Cleaner für Partikelbälle), Reacta Shine
((Cleaner und Polish für reaktive Bälle) und Moon Shine ((Cleaner und
Polish für Partikelbälle), ist das wohl am besten abgestimmte
Reinigungssortiment, Storm gibt bei der Ballbeschreibung auch den
empfohlenen Reiniger an, keine starke Geruchsentwicklung und gute
Reinigungswirkung, aber im Verhältnis teurer.
Ebonite, Energizer
Cleaner, für alle reaktiven Bälle und Partikelbälle, riecht angenehm
nach Citrus, entfernt gut Öl, lässt aber hartnäckige Spuren auf den
Bällen zurück. |
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Sehr empfehlenswert für die
Wäsche zwischendurch sind Reinigungstücher, die Tuch und Reiniger in
Einem sind, leider auch relativ teuer. Nicht getestet habe ich
Brunswick, Remove All Ball Cleaner, werde dieses aber nachholen.
Sicherlich gibt es noch viele Reiniger mehr, die besser und billiger
sein mögen, aber bisher kenne ich diese nicht. |
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Ich erwähnte
bereits, dass diese Reiniger aufgrund der schnellen Trocknung und guten
Reinigungsleistung hervorragend geeignet sind, Bälle auf der Bahn zu
reinigen. Die Kosten für eine regelmäßige Reinigung sind damit aber auch
sehr hoch. Deshalb habe ich mit alten Bällen so genannte Haushaltsmittel
ausprobiert.
An dieser
Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass eine Schädigung der
Balloberfläche bei Nutzung durch Haushaltsreiniger nicht ausgeschlossen
werden kann!
Wenn
Haushaltreiniger ausprobiert werden, dann bitte nur an alten Bällen und
nur mit Reinigern, die ausdrücklich für die Verwendung mit Kunststoffen
empfohlen werden. Auf keinen Fall Benzin, Terpentin oder Ähnliches
verwenden! Auch Azeton und Nagellackentferner würde ich nie nehmen.
Vielmehr habe ich Küchenreiniger mit Fettlösekraft ausprobiert. Vom
normalen "Spüli" fürs Geschirr (in dem man ja angeblich die Hände baden
kann) bis hin zu Multifettlösern. Ich denke, wenn wir Reinigungsmittel
verwenden, mit denen wir auch unser Geschirr und Plastikschüsseln
reinigen, ist der Schaden an den Kugeln relativ gering und kalkulierbar. Wer sicher sein möchte, dass sein Ball keinen Schaden nimmt,
sollte seine Bälle nur mit von den Ballherstellern empfohlenen Reinigern
behandeln.
Wichtig bei
der Reinigung mit den Haushaltreinigern ist, den Reiniger nicht
konzentriert zu verwenden, sondern gemäß Gebrauchsanleitung mit Wasser
zu verdünnen. Dabei mit einem Mikrofaser Tuch und leichtem Druck mit
handwarmen Wasser den Schmutz entfernen. Danach den Ball nur mit dem
Tuch und fließendem Wasser abspülen. Diese Prozedur sollte nicht
übertrieben werden, maximal 5 Minuten. |
Mein Ball habe ich regelmäßig gereinigt, dennoch
hat die Reaktion deutlich abgenommen! Was kann ich tun?
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Trotz sorgfältiger
Reinigung wird irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem wir feststellen,
dass der Ball nicht mehr soviel macht. Woran liegt das? Darauf eine
Antwort zu finden, ist für mich nicht möglich. Es gibt allerdings 2
Theorien von Bowlingballherstellern: |
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Die Firma
Ebonite hat herausgefunden, dass das Problem an den Weichmachern im
Kunststoff liegt. Um dieses Problem zu lösen, haben Sie ein System
erfunden, welches unter dem Namen " |
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Brunswick hat wiederum das in den Ball eingedrungene Öl als Hauptursache
für die nachlassende Reaktion herausgefunden. Wer dieses nicht glaubt,
dem empfehle ich, in den aktuellen Ballbeschreibungen nachzulesen.
Beispiel: Zitat
Product Information sheet & Drilling Instructions
Vapor
Zone: "If after restoring the original factory finish you feel your
Brunswick ball has still lost some of its hooking action, remove the oil
from the ball by
gently warming it
with either the Revivor or Rejuvenator Pro Shop devices that have been
designed for this purpose. This service is available, for a fee, at many
Pro Shops. Brunswick’s testing has shown that by combining the
restoration of the factory finish, resurfacing of the track and oil
removal your Brunswick ball can maintain its original “Out of the Box”
reaction for hundreds of games.
Nach dem Aufarbeiten des
Balles mit entsprechenden Mitteln (ich komme später darauf zu sprechen)
wird also ausdrücklich empfohlen, das Öl durch
gently warming zu
entfernen! Den entsprechend dafür konstruierten Ofen kenne ich leider
nicht und finde auch kein entsprechendes Kaufangebot im Internet. In
diversen Foren wird heftig über den Einsatz von Wärme zum Ölentfernen
diskutiert. Von Partikelverschiebung, Zusammenschmelzen und Verstopfen
der Poren, Erweitern der Poren durch Entweichen von Weichmachern, etc,
finden sich viele Einträge. In etlichen Gesprächen mit Bowlern habe ich
auch "Geheimtricks" erfahren, die ich hier gerne präsentiere, aber
definitiv davon abraten möchte:
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Bowlingball im Kochtopf
auskochen: Bloß nicht! Neben einer garantierten Sauerei in
Form einer Öl-Farb-Brühe ist die Temperatur nicht nur zu hoch
(annähernd 100 Grad), sondern ungleichmäßig verteilt. Starke
Erhitzung unten und geringe Erhitzung oben, wenn der Ball nicht
vollständig mit Wasser bedeckt ist. Da der Bowlingball aus mehren
Materialien besteht, die sich unterschiedlich stark ausdehnen, kann
abgesehen von Schädigungen der Oberfläche, der Ball platzen!
-
Bowlingball
in die Sonne legen: Sicherlich findet hier eher eine gleichmäßigere
und geringere Erwärmung statt, dennoch schädigen die Sonnenstrahlen
diverse Kunststoffe. Man kann dieses z.B. am Ausbleichen von nach
Süden ausgerichteten Verkehrsschildern sehen. Außerdem scheint die
Sonne in der Regel (in Deutschland) nur im Sommer stark genug.
-
Auf die
Heizung legen: Auch hier haben wir eine deutlich stärkere Erwärmung
an der Unterseite, während die Oberseite weitestgehend kühl bleibt.
Deswegen (Gefahr von Platzen des Balles) nicht zu empfehlen.
-
Ball in die
Geschirrspülmaschine: In der Tat wird in der Regel eine
gleichmäßigere Erwärmung stattfinden und der Dreck gleich mit
entsorgt. Allerdings dauert so ein Spülgang ca. 45 - 75 Minuten und
das bei einer Temperatur von teilweise über 60 Grad. Außerdem ist
der Standardreiniger sehr aggressiv. Aufgrund der langen Erwärmung
könnte auch hier ein Platzen des Balles die Folge sein und der
aggressive Reiniger könnte die Oberfläche schädigen.
-
...
Es lassen sich sicherlich
noch deutlich mehr Beispiele dafür finden, wie man das Öl aus den Bällen
"ziehen" kann. |
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Nachdem ich von der
Ebonite-Lösung eher enttäuscht war, entschloss ich mich, auszuprobieren,
ob das "Entölen" besser, billiger und schneller funktionieren kann.
Folgende Überlegungen stellte ich an:
-
Es sollte
keine "Sauerei" geben
-
Es sollte
unabhängig von der Jahreszeit sein
-
UV-Strahlung
wollte ich meinen Testbällen nicht zumuten
-
Es sollte
eine gleichmäßige und kurzfristige Erwärmung geben, um ein Platzen
des Balles weitestgehend zu vermeiden
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Ich entschied mich für
unseren Ofen und Heißluft (OHNE
GRILL UND MIKROWELLE!!!!).
Doch was bedeutet jetzt
gently warming?
Da es im Sommer durchaus möglich ist, dass die Innentemperatur des Autos
ca. 60 Grad betragen kann, entschied ich mich zu glauben, dass diese
Temperatur den Bällen nichts anhaben kann, da nicht zu erwarten ist, das
Bowler in den wärmeren Regionen regelmäßig die Bowlingbälle in
klimatisierten Räumen lagern. Obwohl es durchaus denkbar ist, dass die
Bälle im Auto mehrere Tage hintereinander für viele Stunden bei diesen
Temperaturen im Auto liegen, war ich lieber vorsichtig, wählte nur 50
Grad und nahm den Ball bereits nach ca. 4 Minuten aus dem Ofen.
Das der Ball ölig wird, habe ich erwartet und so stellte ich einen
blauen Ballring in die Mitte des Ofens und legte darüber ein Stück
Papier von der Küchenrolle. |
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Da die Temperatur gering und
der Aufenthalt im Ofen nur kurz war, kann ich den Ball mit bloßen Händen
aus dem Ofen nehmen. Allerdings lässt sich der Ball besser halten, wenn
man ihn mit einem Geschirrhandtuch umwickelt. Bitte auf jeden Fall
darauf achten, das er nicht aus der Hand rutscht! Doch was macht man
jetzt mit dem öligen Ball? Auf keinen Fall unter kalten Wasser abspülen!
Ich habe die besten Erfahrungen gemacht, in dem ich einen weiteren Ring
in der Spüle platziert habe und den Ball zuerst direkt mit Fettlöser
(Spülmittel, siehe oben) besprühe. Dann warte ich kurz und wische den
Ball mit einem Mikrofasertuch ab. Danach wird dieser mit einem
Geschirrhandtuch abgetrocknet. Jetzt kommt er wieder für ca. 4 Minuten
in den Ofen. Je nach Verölung wird dieser Vorgang mehrmals wiederholt.
Irgendwann bleibt der Ball trocken, dann wird er noch einmal mit
Fettlöser besprüht und mit einem Mikrofaser Tuch abgerieben. Jetzt
abkühlen lassen und dann mit lauwarmen Wasser abspülen, um die Reste des
Fettlösers zu entfernen.
Wer jetzt mit den Händen
über den Ball gleitet, wird unweigerlich feststellen, dass es ein
ähnliches Feeling und Quietschen ist, wie bei neuen Bällen.
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Ergänzung am 19.03.2006: Die
Wirkung im Ofen lässt sich noch deutlich verbessern, wenn der Ball
vorher mit ca. 400 grit angeschliffen wird, da durch das Anschleifen die
Poren geöffnet werden. Bowlingballhersteller MoRich empfiehlt dieses, um
den Ball dann in einem warmen Wasserbad zu entölen. Allerdings ist
dann eine weitere Bearbeitung (feinerer Schliff, Polish) zwingend
erforderlich, sofern der Ball nicht ein sehr mattes Finish haben soll. |
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Ob der Ball durch
Erwärmen Schaden nimmt, und in welcher Form, kann ich leider nicht
klären. Also habe ich nach gründlichen Abwägungen alte, abgespielte
Bälle bei Ebay ersteigert und ausprobiert. Mit dieser Methode haben
selbst vor Jahren produzierte Bälle, die mehrfach umgebohrt waren,
wieder eine deutlich stärkere Reaktion gezeigt. Natürlich ersetzt diese
Methode keinen neuen Ball, da auch hier die technische Entwicklung
deutlich fortschreitet. Aber bevor ich einen Ball wegschmeiße oder
verramsche, wird er auf diese Art und Weise entölt.
Inzwischen ist es für uns eine
Selbstverständlichkeit, dass die Bälle nach ca. 3-6 Monaten, je nach
Häufigkeit des Spielens, entölt werden. Bisher zum Glück immer mit
Erfolg und ohne erkennbare oder spürbare Schäden.
Vorsicht: Alte Bälle, die
bereits starken Temperaturschwankungen ausgesetzt waren (lagernd im Auto
im Winter und Sommer), könnten bei zu hohen Temperaturen platzen.
Weiterhin ist es denkbar, dass der Ball nach dem Entölen durchaus mehr Öl
aufnimmt als vorher. Da er damit auch stärker reagiert (der Laufring
läuft über trockene Bereiche) ist das kein Problem, da ich das Entölen
jederzeit wiederholen kann. Dennoch sollte sich jeder überlegen, ob er
damit leben kann, wenn der Ball kaputt geht. Also, nie mit neuen Bällen! |
Ich habe meinen Ball regelmäßig abgewischt,
gereinigt, entölt und dennoch hat die Reaktion deutlich abgenommen! Ist es jetzt
Zeit für den Mülleimer?
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Nein! Wenn jetzt der Ball
nicht mehr so stark reagiert, liegt es sicherlich daran, dass die
Oberfläche beim Laufring durch die entsprechenden Spiele, vielleicht
auch auf trocknen Bahnen, einfach abgenutzt ist. Hier hilft in der Regel
das Abziehen, oder einfach Abschleifen. Eigentlich bietet dieses jeder ProShop als kostenpflichtigen Service an. Jedoch kann man durch das
Abschleifen auch den Lauf des Balles bewusst verändern. |
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Rechts sieht man unseren
Ballspinner, bezogen über
www.bowlingshop24.de direkt aus den USA. Wichtig bei Importen ist,
auf die 220V zu achten, und in den Preis mit einzukalkulieren, dass
gegebenenfalls der Stromstecker ausgetauscht werden muss. Das Prinzip
ist ganz einfach: der Ball kommt ins Körbchen und dieses dreht sich.
Gute Ballspinner haben einen Motor, der auch unter Druck (zum Polieren
benötigt) noch mit konstanter Geschwindigkeit dreht und nicht langsamer
wird, bzw. überhitzt. |
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Vom Drehen
alleine wird der Ball bei diesem Modell leider nicht geschliffen. Hierzu
können folgende Hilfsmittel genutzt werden: Scotchbrite-Schwamm, grüne
Oberfläche, ca. 400 grit, Scotchbrite-Schwamm, rote Oberfläche, ca. 1200
grit, wasserfestes "Sandpapier" , bzw. Schmirgelpapier. Grundsätzlich
sollte der Ball nur nass abgeschliffen werden. Zum Einen entstehen sonst
hohe Temperaturen, zum Anderen, viel wichtiger, drückt man den
Staub in die Poren. Das Wasser bindet den Staub und der Schliff wird
wesentlich feiner. Allerdings fliegen damit farbige Spritzer durch die
Gegend (mehrere Meter). Deshalb haben wir im Baumarkt eine große
Kunststoffkiste gekauft, in der unser Ballspinner steht. |
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Hier sehen wir einen Ball,
der nach dem Schleifen matt ist. Doch wie matt kann er sein? Storm und
Brunswick empfehlen das stufenweise Abschleifen. Man beginnt mit relativ
groben Schmirgelpapier, 240 - 320 grit, und wird dann mit jedem
Schleifgang feiner, bis je nach Wunsch 600, 800 oder 1000 grit erreicht
sind. Grit gibt die Körnergröße auf dem Schmirgelpapier an. Mit dem
groben Schleifpapier werden kleinere Kratzer mit entfernt, mit den
feineren bestimmt man das spätere Laufverhalten. Durch das Schleifen
werden bewusst größere oder kleinere Spuren in den Ball geschliffen, die
entsprechend größere, bzw. kleinere Reibung im Öl erzeugen. Doch nicht
nur die Größe, bzw. Tiefe der Spuren bestimmt das Laufverhalten, sondern
auch die Richtung der Spuren. Man kann den Ball parallel zum Laufring
schleifen, senkrecht dazu oder parallel und senkrecht.
Letzteres gibt insgesamt den größten Biss auf der Bahn. Welches Finish
ich meinem Ball gebe, hängt davon ab, ob ich eher auf öligen Bahnen,
bzw. Linien spiele oder auf Trockneren, ob ich eher weniger oder mehr
Umdrehungen erzeuge und mit welcher Geschwindigkeit ich bowle. Wer jetzt
findet, dass das sehr schwammig ausgedrückt ist, dem gebe ich Recht! In
der Tat probieren wir immer wieder verschiedene Stufen aus, um für
jeden Ball das für unser Spiel "optimale" Finish zu erreichen. |
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Neben den
matten Bällen gibt es noch die polierten Bowlingbälle, die eher länger
laufen, hinten aber eine stärkere Reaktion zeigen. Grundsätzlich kann
man aus jedem matten Ball einen polierten Ball, und umgekehrt, machen.
Die Hilfsmittel sollte man hier jedoch nicht im Bauhaus kaufen, sondern
im ProShop. Zwar gibt es im Bauhaus auch Politur, z.B. für Autos oder
Fußböden, diese sind jedoch für andere Materialien (Lack, Linoleum, ...)
Der Ballhersteller Legends ist auch hier wieder Vorreiter und liefert
die Bälle nicht nur mit dem o.g. Reiniger aus, sondern auch mit einem
Streifen Schleifpapier und Politur! Um den Ball zu polieren, benötigt
man einen Ballspinner, die Politur und entweder ein Geschirrhandtuch
oder einen Polierhandschuh aus Baumwolle. Die Bowlingballhersteller
empfehlen in der Regel die Verwendung der eigenen Marke, unterstützen
aber auch andere. Im Prinzip besteht die Politur aus sehr kleinen
Körnern und einer wachsähnlichen Flüssigkeit. Auch wenn polierte Bälle
immer gereinigt werden, wird im Laufe der Zeit die "Wachsschicht"
entfernt und damit nimmt die Reibung im Trockenen Backend-Bereich ab.
Deswegen sollte in regelmäßigen Abständen der Ball nach der Reinigung
kurz anpoliert werden! |
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Das Polieren
sollte, wie auch das Abschleifen, erst nach gründlicher Reinigung,
gegebenenfalls auch Entölung, durchgeführt werden. Brunswick empfiehlt
vor der Verwendung von "Rough Buff" (z.B. für Absolute Inferno, Vapor
Zone) einen Abschliff mit 220 grit, und dann für ca. 2-4 feet mehr Länge
ein stufenweises Erhöhen auf 320, 400, 600 und 800 grit. Für die
Verwendung des "High Gloss Polish" einen Abschliff mit 400 grit, und
dann für ca. 2-4 feet mehr Länge ein stufenweises Erhöhen auf 600, 800,
1200 und 1500 grit. Diese Aussagen sind für den Normalbowler natürlich
nicht bindend, sondern geben nur eine Vorstellung über die Möglichkeiten.
Auch hier haben wir verschiedene Polituren ausprobiert und haben für
unser Spiel den größten Erfolg, auch mit Bällen von anderen Herstellern,
mit "Rough Buff" von Brunswick erzielt. Auch hier gilt: Ausprobieren,
was auf den bespielten Bahnen am Besten klappt! |
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Wenn der Ball nach all diesen Möglichkeiten
immer noch nicht läuft, kann ja auch ein Training in der Bowlingakademie in
Regensburg in Betracht gezogen, oder der Ball über ebay verscherbelt werden!
Euer Webmaster
Jens Ulmann
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